Ausbildungsgewinnfußball… Team-Ich-AG… Hä!?

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Updated: August 25, 2017

Der Juniorenfußball ist die Wurzel in jedem Land, wo die Stars von morgen herauskommen. Nicht nur ambitionierte Leistungsfußballer werden in den nationalen und internationalen Nachwuchsleistungszentren „gezüchtet“ – sondern auch bei weniger talentierten Spielern, ist der Fußballsport und die soziale Gemeinschaft im Kinder- und Jugendbereich total wichtig und sinnvoll.

Alle Welt spricht über Ausbildung und auch viele Experten, die noch nie im Kinder- und Jugendfußball gearbeitet haben, philosophieren (praxisnah?) über Ausbildungsideen und ob z.B. ein Ex-Profispieler besser trainieren kann als ein akademischer Konzepttrainer oder ob gerade dieser pädagogisch ausgebildete Jungtrainer die Talente von morgen besser begeistern kann.

Ich finde – alles nicht so wichtig – die Trainer, die wirklich im Kinder- und Juniorenbereich die Ausbildung mit BALL und die reine Zielvision im Fokus stellen – sind die wahren Helden dieses Systems – doch die Realität sieht auch anders aus, es geht um GEWINNEN und ERFOLG, weil die Erwachsenen an der Macht sind – und wollen „nach oben“ für den Klub, für ihre Position, für das Ego und für sich selbst.

 Und der Trainer steht schön im Feuer – auch schon im Nachwuchs!

Aber irgendwie ist der Job auch deshalb geil! BASTA!

Kritisch aber ausbildend mit dem Team kommunizieren

Der Juniorenfußball ist der Mini-Erwachsenenfußball geworden

Der Fußball zwischen F- und A-Jugend muss sicherlich noch einmal gesplittet werden, ausgehend vom Grundlagen- Aufbau und Leistungsbereich – aber diese Systematik ist jetzt nicht das Thema. Mehr ist die Tatsache zu nennen, wie man den Erlebnisfußball wieder in den Trainings- und Spielalltag integriert. Übungen und Spielformen zu finden, die interessant, attraktiv und Lernfortschritte erzielen. Das Problem ist sicherlich das individuelle Auge des Betrachters – vielleicht findet der eine „Fußball-Baseball“ spannend und cool und der andere Coach dumm und kindisch.

Es gibt auch wieder Trainer – die 11 gegen 0 das Non-Plus-Ultra finden und eingeschliffene Automatismen als super-sexy empfinden und die anderen als langweiliges und ödes Schablonenzeug, wo kein Pass im spielnahen Tempo absolviert und nur das Roboter-Coaching der Trainer befriedigt wird.

Manchmal ist der goldene Weg die Mitte und kann auch sehr richtig sein, wenn man eine Vielfalt von Übungen anbietet! Wie der Coach, die Übungen gestaltet, muss er wissen, ich finde ein richtig oder falsch gibt es nicht – denn die Forscher von Drill-Methode, implizites Lernen, Spiel- oder Übungsmethode – wollen sicherlich alle dasselbe – die Spieler besser machen und ausbilden…wollen sie das wirklich?

Trainer muss überzeugen

Der Trainer, der Vater, der Berater – Spieler besser machen oder für sich selbst der „Winner“ sein

Trainingsmethoden gibt es vielfältig und kann jeder aussuchen wie er will – nur geht es um mich als Person oder geht es um die Spieler. Authentisch zu sein, ist das A und O – aber alle die mit den Spielern in Kontakt sind – beschäftigen sich mich im höheren Maße mehr und mehr mit der Karriere des Schützlings – als der Spieler selbst. Also Fremdsteuerung mehr als Selbststeuerung!?!?!

Der Trainer muss sich immer mit den Trainingsinhalten beschäftigen, eine Mannschaft zu formen, verschiedene Arten der technischen, taktischen und mental-konditionellen den Spielern anbieten.

Doch der Trainer ist nicht nur für sein Team da, sondern auch für sich, er will gewinnen, er möchte seinen Erfolgswahn ausleben und in einem gewissen Maße den Spielern übertragen. Vielleicht auch seine eigene Vergangenheit „spiegeln“ – und baut auch Druckgefühle auf seine Spieler auf, was nicht immer schlecht sein muss, denn die Jugendlichen kommen auch in den Fußball-Dschungel, der immer brutaler wird.

Auch im Zukunftsfußball Videoanalysen anbieten

Die unmittelbaren Spieler-Pädagogen „Lasst die Kirche im Dorf“

Der Trainer sieht aber immer sein Team und somit im Höchstfall 25-30 Spieler, die er mit derselben Andacht, Konzentration und Hingabe betreuen muss. Bei den unmittelbaren Spielern-Pädagogen, wie Vater, Berater usw. sieht es anders aus – es dreht sich um einen Spieler – weil er sein Sohn ist oder weil er es die zukünftige Geldquelle ist. Oder auch nett formuliert, den Menschen in unmittelbarer Nähe bei dem Spieler, mögen den Jungen und wollen ihm helfen.

Doch auch hier: handeln sich die Aktivitäten rund um den Spieler – auch wirklich um die positiven Geschicke für den Spieler? Oder ist es eine Art Ersatzbefriedigung für sein eigenes Leben und der unterbewusste Druck auf den ausgebildeten Spieler….auch hier gibt es nicht DIE Antwort – wie bei allen Erziehern rund um Kinder und Jugendliche gibt es diejenigen, die sich explizit ums Kind und andere die sich explizit um sich selbst kümmern – aber formulieren, klar, ich sehe nur meinen Schützling im Vordergrund!

Dass auch immer wieder Druck auf die Ausbilder gelegt wird, geschieht stets bewusst oder unbewusst, denn nochmals der Trainer sieht sein TEAM und damit alle!! Die unmittelbaren Protagonisten sehen den Spieler mehr als eine ICH-AG, was gar nicht süffisant gemeint ist, aber es entstehen somit Interessenskonflikte!

Taktik gegen Taktik

TEAM oder ICH-AG

Der Trainer versucht seine Kinder – und Jugendmannschaft sportlich und pädagogisch weiter zu bilden – er sieht immer das Ganze denn jeder Spieler will Andacht und Zuneigung. Er muss somit ein polyvalenter Indikator sein, der das Große und Ganze sieht.

Und nochmals im Kinder- und Jugendbereich zählt besonders das Herausbilden von Normen und Werte – auf dem pädagogischen Weg sowie auf der technisch-taktischen Straße. Dazu gehören Enttäuschungen, klare Ansagen oder auch Konflikte – dies gehört auch zur Ausbildung!

Die Eierkuchen-Pädagogik kann man gerade in der Pubertätsklasse vergessen, denn dort entstehen auch mal Spannungen und Meinungsdifferenzen, was total gut und richtig ist – denn „wo gehobelt wird, da…“

Die unmittelbaren Betreuer der Spieler – sehen ihren Spieler mehr als Individualsportler – es dreht sich um einen Jungen! Verständlich, denn man hat einen Bezug zu diesem Spieler, man muss die positiven und negativen Launen auch in privater Atmosphäre ertragen!

Doch der Spieler muss in vielen Sequenzen seiner sportlichen Karriere auch oft alleine „durchgehen“, denn das ewige der Trainer-ist-schuld-Gesülze und jegliche Selbstkritik vom Spieler wegzunehmen ist völlig unproduktiv – denn die Kommunikation zwischen Spieler-Trainer ist die Würze vom Beziehungsspiel im Ausbildungsfußball und diese muss gefördert werden!

Ein Coaching und Einmischung von jungen Spielern ist alles schön und gut – aber es ist Sport und jeden Tag nur Sonnenschein ist schwierig…so bedeutet es für den Spieler selbstkritisch reflektieren und für den Trainer ebenfalls selbstkritisch reflektieren – die ewige Schuldfrage und gegenseitig den Finger auf den anderen zeigen, sind nur unnötige Zeitfresser.

Und für alle „die nur das Beste für den Spieler wollen“ – auch ein elegantes Zurücknehmen und den Spieler frei und kreativ werden lassen – ist zudem eine fantastische pädagogische Interaktions-Strategie!!

te Poel und PH wieder mal im Ideenaustausch

Gewinnen oder Stärken stärker machen

Jeder Mensch besitzt in seinem Unterbewusstsein seine eigene Geschichte – was top ist und diese Gesellschaft sehr interessant aussehen lässt! Im Zukunftsfußball bedeutet dies, wir wollen die jungen Spieler blühen lassen und unsere Erfahrungen mitgeben.

Doch in der heutigen Fußball-Gesellschaft hat sich einfach manifestiert, dass Gewinnen schlecht ist und Niederlagen scheiße sind… es gibt nur schwarz-weiß und die paar Grautöne sind doch auch weggespült – auch in Juniorenklassen werden Trainer entfernt und neue geholt.

Die siegreichen Trainer werden gehypt und die Verlierer-Coaches fallen gelassen…ok, ist so…das sich alle schnell hinter dem Wort AUSBILDUNG dann verstecken ist dann auch süß und niedlich.

Dass die Winnermentalität relevant ist und dass auch Kinder und Jugendliche den Elan des Gewinnens spüren sollen – ist unbestritten – denn das Schönste ist nun mal zu siegen!

Konzentriertes Trainieren – immer!

Nicht den Ausbildungsbegriff missbrauchen

Doch dann müssen die guten Zukunftscoaches auch pädagogische Wege finden, dass die Spieler (selbst!!) es für wichtig oder halt unwichtig finden, zu gewinnen oder zu verlieren!

In vielen Fällen ist es für uns selbst super-relevant, denn als Trainer will man nach oben, den nächsten Schritt machen, die nächste Jahrgangsstufe trainieren oder in den Profibereich, weil es dort einfach unendlich viel Kohle gibt! Alles legitim!

Doch dann sagt auch – ich will nach oben zusammen mit der Mannschaft – und BENUTZT den Begriff Ausbildung nicht immer!!

Also lasst eure Juniorentrainer gestalten, experimentieren –  und dreht nicht alle durch, wenn man unten in der Tabelle steht…

Der Ernst und das ergebnisorientierte Handeln muss erst im Seniorenalter beginnen – denn im Jugendfußball ist doch nuuuuuuurrrr Ausbildung und Fortbildung der Kinder und Jugendliche wichtig – die statt Saxophonunterricht nun mal den Fußball als IHR Hobby ausgewählt haben….nee, is klar!!

 

Mit kritischen Grüßen, PH

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Hyballa mit Hinweisen im Zukunftsfußball:

https://shop.ifj96.de/de/doppel-dvd-praxis-seminar-detail-coaching-passtraining

Bei SKY

https://sport.sky.de/fußball/artikel/peter-hyballa-ueber-mario-goetze-ein-richtig-geiler-spieler/10940961/33896

„Ich bin ein Kiosk“ in 11 Freunde

https://www.11freunde.de/artikel/warum-peter-hyballa-jetzt-buecher-schreibt-und-sich-variationstrainer-nennt

PH immer auf Achse – auch für kommende US-Stipendium-Boys

http://soccerships.de/talentsichtung-fußballstipendum-usa-kaiserau-hyballa/

Praxiskniffe mit Chiropraktor Volker Herbert in Stuttgart

Neben verschiedenen Führungs(kraft)gesprächen mit Trainern und Managern, Videoanalysten, Funktionären, Verbands- und Nachwuchscoaches aus der Fußball- und Nicht-Fußballszene, war der 41jährige Proficoach auch bei Volker Herbert, Chiropraktor in Stuttgart und unterhielten sich über den Sinn dieser Berufsgruppe im Fußball und in der Prophylaxe von Verletzungen!

Top interessant!!

 

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