„Chef vom Ball werden“ beim polnischen Fussball-Lehrer-Kurs

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Updated: April 16, 2016

Auf Einladung von den Ausbildungschefs des polnischen Fussball-Verbandes Dariusz Pasieka und Stefan Majewski (Sportdirektor)  war Peter Hyballa Mitte März 2016 zu Gast in der Trainerschule des östlichen Nachbarn.

Pasieka und Hyballa absolvierten im Jahr 2005 zusammen die Profi-Lizenz des DFB an der Sporthochschule Köln unter der Leitung vom ehemaligen DFB-Chefausbilders Erich Rutemöller.

In Biala Podlaska (in der Nähe der weißrussischen Grenze) vermittelte Hyballa als Referent in Theorie und Praxis seine Ideen und Philosophien im Bereich Techniktraining über Spielformen und verschiedene Pass-und Dribblingsequenzen.

Dazu skizzierte er verschiedene Ideen des Beziehungscoaching, um konzeptionelle und pädagogischen Gesichtspunkte zu kombinieren.

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Der Fokus ging bei den Gedanken immer, wie die Spieler „Chef am Ball werden“ – und wie man es methodisch auf den Weg bringen kann.

Die Teilnehmer in Polen stehen kurz vor ihren Abschlussprüfungen des UEFA-Pro Licence-Kurses und es werden immer wieder international erfahrene Trainer als Referenten eingeladen, die aus ihren Erfahrungsschatz berichten. So ergibt sich ein reger Austausch zwischen den Teilnehmern, Kursleitern und dem Referenten.

Der polnische Fußballverband (Polski Związek Piłki Nożnej, kurz PZPN) wurde 1919, kurz nach der Gründung der Zweiten Polnischen Republik infolge des Versailler Vertrages, ins Leben gerufen. Seit 1923 ist er Mitglied der FIFA.

Im europäischen Vergleich ist die polnische Liga eher durchschnittlich (die Liga entspricht etwa der Stärke der 2. Fußball-Bundesliga), in der UEFA-Fünfjahreswertung erreicht die polnische Ekstraklasa nicht einmal einen Platz unter den besten 20 Fußballligen Europas (Platz 21, Stand 2013). Lediglich KS Górnik Zabrze stand 1970 einmal im Finale des Europapokals der Pokalsieger, KP Legia Warszawa erreichte zweimal das Halbfinale eines Europapokals (1970 Europapokal der Landesmeister und 1991 Europapokal der Pokalsieger), RTS Widzew Łódź einmal (1983 Europapokal der Landesmeister) und 1/4 Śląsk Wrocław (1976/77 Europapokal der Pokalsieger). Des Weiteren konnte KS Polonia Bytom 1965 den weniger bedeutenden UEFA Intertotocup gewinnen. Außerdem scheiterten 1964 ebenfalls KS Polonia Bytom und 1998 KS Ruch Chorzów jeweils im Finale des UEFA Intertotocup.

So spielten in der Vergangenheit, wie auch heute, viele polnische Nationalspieler im Ausland. Beispielsweise Torhüter Artur Boruc (FC Southampton, AC Florenz), Wojciech Szczęsny (Arsenal London), Robert Lewandowski (Bayern München) oder die zwei Spieler Łukasz Piszczek und Jakub Błaszczykowski, die beim Champions League-Finalisten 2013 unter Vertrag stehen, Borussia Dortmund.

Dariusz Pasieka (Lehrgangsleiter des polnischen Fussballlehrer-Kurses): „Es ist für uns ganz wichtig stets internationale Top-Referenten einzuladen, die ihre Philosophien und Trainingsideen den zukünftigen examinierten Fussball-Coaches glaubhaft vermitteln. Ich kenne Peter schon seit Jahren und er hat versucht in seinem Vortrag und auf dem grünen Rasen emotional und methodisch die Teilnehmer in seinen Bann zu ziehen – dies ist ihn auch sehr gut gelungen!“

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