Last-Moment und No-Look-Pässe in Ungarn

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Updated: April 2, 2017

150 ungarische Trainer waren bei einer besonderen Trainerfortbildung zugegen! Es wurde über einen Mix von Ball, Räume und Geschwindigkeiten gesprochen! Am letzten März-Weekend gab Fussballlehrer Peter Hyballa wieder ein Trainerseminar im Ausland! Diesmal agierte der 41jährige Übungsleiter in Ungarn! Er referierte auf Einladung von Laszlo Damina und Zsolt Szavai im schönen Städtchen Heviz direkt am Plattensee!

150 Trainer lauschten konzentriert beim Theorieteil

150 Trainer am Plattensee

Der NEC-Cheftrainer zeigte in Theorie und Praxis auf – welche Möglichkeiten das konzipierte Pass-Puzzle-Modell auf dem grünen Rasen ermöglichen! 150 Trainer aus ganz Ungarn lauschten Hyballa geduldig bei der Theorie zu – wenn er über Last-Moment und z.B. No-Look Pässe sprach. Es geht bei jeder Passsorte darum, in welchem Raum man sie gebrauchen kann. Viele Konzepttrainer sehen die Taktik vor der Technik. Hyballa dreht es um – und meint der Schlüssel zum Erfolg ist zuerst der technische Ablauf – und das Passen und Dribbeln keine Basics sondern Specials sind!

Der NEC-Coach in der Praxis

 

Der Mix im Technikprogramm ist wichtig

Doch am relevantesten ist es, dass Raum, Geschwindigkeit und Ball zusammen gefügt werden und diese Komponenten verschmelzen. Nur die reine Balltechnik bringt überhaupt nichts, wenn auch nicht in verschiedene Räume gesprintet wird. Und nur Räume zu erkennen hilft auch nicht weiter, wenn das Tempo mit und ohne Ball nicht dazu kommt!

Zusammen mit Veranstalter und Trainerkollege Laszlo Damina

TECHNIK UND TAKTIK KOMBINIEREN

Die einzelnen Puzzle-TeIle –  alles nur eine Frage der Passarten?

„Was ist Messi: Mittelfeldspieler oder Stürmer? Torjäger oder Spielmacher? Antwort: Alles ist er in einer Person, die Vielseitigkeit in Person. Ein Allesmacher mit universellen Fähigkeiten, gesegnet mit gigantischen Qualitäten.“ (Klemm, H.-G., 2. Dezember 2013. top-speed. Die neuen Könige des fußballs. in kicker, 98, s. 9).

Zusammenspiel zwischen Trainern und Spielern

Folgt man den Ausführungen in den vorangestellten Kapiteln so kann man die Frage in der Überschrift mit Nein beantworten. Daher ist es notwendig, nachfolgend die einzelnen Puzzle-Teile

  •  in einen konkreten situativen Spielzusammenhang zu stellen;
  • den Sinn und Zweck für Training/Unterricht kurz zu skizzieren und
  • wirksame praktische Beispiele für den Trainer/Lehrer darzustellen.

Die Frage des „Wie trainiere ich diese Puzzle-Teile?“. Insofern stellt die in den folgenden Kapiteln gewählte Strukturierung nach Organisation, Ablauf, Coaching und Variationen lediglich ein grobes Muster dar, mit dem der Leser zum Einstieg in die Themen (Puzzle-Teile) ein besonders klares, verständliches und zielführendes Material an die Hand gegeben werden soll. Diese im Voraus gegebene Trainings- und Unterrichtshilfe – neudeutsch auch „Advance Organizer“ (Ausubel 1974, S. 147 f.) genannt – soll die Inhalte organisieren und strukturieren helfen, schließt aber Vorkenntnisse der Leser und Spieler ausdrücklich nicht aus. Das Methodeninventar soll der Leser dann auf der Grundlage seiner individuellen Erfahrungshintergründe und seiner Bedürfnisse wie einen Baukasten oder eine Farbpalette aktiv und selbstgesteuert benutzen.

Peter Hyballa mit der Delegation vom ungarischen Fussballverband

Bei den (1) technischen und (2) taktischen Grundlagen für das (Flach-)Passspiel geht es grob um die folgenden Inhalten:

 

(1) Technische Grundlagen:

  • Anlaufen des Balles:
    Möglichst hinter den Ball kommen, um aus offener Stellung zu passen.
  • Beim Passen „in den Ball gehen“, d. h. den Pass druckvoll und flach spielen.
  • Pass-Bewegung:
    Die Fußspitze des Standbeins zeigt in die Richtung des Ziels.
  • Flach-Pass: Durchschwingen des Schussbeines und mit dem Standbein „groß machen“.
  • Coaching: „Auf den Fußballen „hochkommen!“, „Mit dem Schuss weiterlaufen!“ und „Mit dem Standbein nicht im Boden verwurzeln, sondern minimal nach vorne hüpfen!“.
  • Pass-Techniken (Flach-Pass):
    • Innenseite: Frontale Zuspiele, kurze und mittlere Distanz;
    • Innenspann: Schräge Pässe, mittlere und große Distanz;
    • Außenspann: Vgl. Innenspann, wobei das Schussbein eine seitliche Position zum Ziel einnimmt.

(2) Taktischen Grundlagen:

  • Individuell:
    Lösen vom Gegner bzw. aus dem Deckungsschatten heraus treten und in die Lücken anbieten.
  • Anbieten als Tiefenanspieler: in die Lücke gehen (z. B. als 6er, 9er).
  • Anbieten als Rückanspieler: Die Lücke vor sich haben, um sofort wieder steil durch die Lücke passen zu können.
  • Anbieten zur Seite: Diagonale Bälle ermöglichen.
  • Möglichst in die offene Stellung kommen um sofort nach vorne spielen zu können.
  • Timing: Damit der Partner direkt spielen kann, soll man sich, wenn der Ball noch zum Mitspieler „unterwegs“ ist, frühzeitig zum Anspiel lösen.
  • Gruppentaktisch:
    Doppel-Pass, Spiel-über-den-Dritten, Ebene überspielen und ablegen („Steilklatsch“).

Hyballa arbeitete Hand in Hand mit Dolmetscher Zsolt Szavai


Der folgende Text basiert auf dem Artikel Ungarische Fußballnationalmannschaft aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fußball in Ungarn

Die ungarische Fußballnationalmannschaft wird organisatorisch vom ungarischen Fußballverband (ungarisch Magyar Labdarúgó Szövetség) betreut. Sie stand 1938 und 1954 im WeltmeisterschaftsFinale.

Geschichte

Anfänge

Das Spiel gegen Österreich in Wien am 12. Oktober 1902 war das erste Länderspiel, das zwischen zwei nicht-britischen europäischen Gegnern ausgetragen wurde. Dieses Duell fand bisher über 100 Neuauflagen, lediglich das Duell Argentinien-Uruguay fand öfter statt.

Durch eine sehr frühe Professionalisierung der ungarischen Fußballliga bereits in den 1920er Jahren als eines der ersten Länder Kontinentaleuropas errang der ungarische Fußball in Europa eine führende Stellung in der Zeit zwischen den 30er und 60er Jahren. Dies zeigte sich bereits bei der Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich, als man sich spielerisch leicht mit 13:1 Toren ins Finale spielte, dort jedoch dem amtierenden Weltmeister Italien mit 2:4 unterlag.

Goldene Elf

Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte die ungarische Elf, die sogenannte goldene Elf (Aranycsapat) den Weltfußball. 1949 war Gusztáv Sebes zum Nationaltrainer Ungarns ernannt worden. Um Kapitän Ferenc Puskás formte er die Nationalmannschaft zur besten ungarischen Mannschaft, die es je gab. Die Aufstellung des Teams war in Fach- und Fankreisen ganz Europas bekannt: Grosics, Buzánszky, Lóránt, Lantos, Bozsik, Zakariás, Budai, Kocsis, Hidegkuti, Puskás, Czibor. Ungarn war so u. a. auch die erste nicht-britische Nationalmannschaft, die England auf englischem Boden bezwang. Dies geschah am 25. November 1953 in Wembley mit einem so nicht erwarteten 6:3. Dieses Spiel wird in Ungarn auch heute noch als „Jahrhundertspiel“ angesehen. Im Folgejahr wurde England erneut bezwungen, diesmal 7:1 in Budapest. Dies ist bis dato Englands höchste Niederlage. Vom 14. Mai 1950 bis 4. Juli 1954 blieb die ungarische Nationalmannschaft in 31 offiziellen Länderspielen in Folge ungeschlagen, bis sie im WM-Endspiel Deutschland unterlag. Dieser Rekord wurde erst fast vierzig Jahre später von Argentinien eingestellt, dem 1991 bis 1993 auch eine Serie von 31 ungeschlagenen Länderspielen gelang. Auch nach der Niederlage 1954 blieb Ungarn zwei Jahre lang ungeschlagen.

Ausgelöst durch den Volksaufstand von 1956 gegen die sowjetische Dominanz in Ungarn und die sich anschließende Flucht vieler Stars des ungarischen Fußballs ins Ausland wurde ein spürbarer Verfall ausgelöst. Der ungarische Fußball erholte sich nie wieder von diesem Ereignis.

Nach 1956

Bei den Weltmeisterschaften 1962 in Chile und 1966 in England konnte eine den Stars der Goldenen Mannschaft der 50er Jahre nacheifernde junge ungarische Fußballergeneration mit teilweise herausragenden Leistungen noch zweimal das Viertelfinale der WM und einen dritten Platz bei den Europameisterschaften 1964 erreichen. So schaltete man beispielsweise 1966 bei der WM in England den ansonsten zwischen 1958 und 1970 mit drei WM-Titeln dominierenden Gegner Brasilien trotz so herausragender gegnerischer Spieler wie Garrincha, Tostão, Gilmar, Djalma Santos oder Jairzinho mit einem 3:1-Sieg aus. Ungarn gewann in dieser Zeit bei den in den kommunistischen Ländern sehr bedeutsamen olympischen Fußballturnieren 1952, 1964, und 1968 olympisches Gold. Ein letzter größerer Erfolg konnte mit einem vierten Platz bei der Europameisterschaft 1972 gefeiert werden. Seither versucht die ungarische Fußballnationalmannschaft jedoch vergeblich, an die vergangenen Erfolge anzuknüpfen.

Heute ist Ungarn ein weniger gefürchteter Gegner, der seit 1986 keine WM-Endrunde mehr erreichen konnte, sowie von 1972 bis 2012 keine EM-Endrunde. So verloren sie 2006 beispielsweise während der Qualifikation zur EM 2008 1:2 gegen Malta. Am 22. August 2007 besiegte die Mannschaft jedoch überraschend Weltmeister Italien 3:1 in einem Freundschaftsspiel im Ferenc-Puskas-Stadion in Budapest.

Das Ziel Ungarns bei den Qualifikationsspielen zur WM 2010 war, sich erstmals seit der WM 1986 in Mexiko wieder für eine WM zu qualifizieren. Um dieses Ziel auch zu erreichen, hatte Ungarn Erwin Koeman als Nationaltrainer verpflichtet. Ungarn wurden jedoch mit Portugal, Schweden und Dänemark drei starke Gegner zugelost, gegen die sie sich letztlich nicht durchsetzen konnten.

Nach der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 unter Sándor Egervári wurde Attila Pintér im Dezember 2013 neuer Nationaltrainer. Er sollte die Mannschaft in die Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 führen.[2] Nach der 1:2-Auftaktniederlage gegen Nordirland wurde Pintér aber bereits entlassen. Interimsnachfolger war Pál Dárdai.[3] Im Dezember 2014 wurde bekannt, dass Dárdai – neben seiner Tätigkeit als Cheftrainer der U-15 von Hertha BSC – sein Engagement als ungarischer Nationaltrainer bis November 2015 ausweitet und somit die komplette restliche EM-Qualifikation die ungarische Fußballnationalmannschaft betreuen wird Indes wurde er auch zum Trainer der Profimannschaft der Berliner Hertha bestellt und arbeitete damit in Doppelfunktion. Im Sommer 2015 gab er seinen Posten als Nationaltrainer auf. Sein Nachfolger wurde der deutsche Verbandssportdirektor des ungarischen Fußballverbandes, Bernd Storck, der ebenfalls eine Doppelfunktion ausübte (Sportdirektor und Nationaltrainer). Unter Storck belegte Ungarn den dritten Tabellenplatz hinter Nordirland und dem Erzrivalen Rumänien und nachdem das letzte Spiel gegen den Gruppenletzten Griechenland mit 3:4 verloren wurde, blieb man noch bester Gruppendritter, jedoch gewann zwei Tage später die Türkei in der Gruppe A mit 1:0 gegen Island während zeitgleich Lettland mit 0:1 gegen Kasachstan verlor und somit Gruppenletzter wurde, wodurch Ungarn durch die Türken als bester Gruppendritter abgelöst wurde und somit in die Play-offs musste. Dort setzten sich die Magyagen gegen Norwegen durch und qualifizierten sich somit für die EM-Endrunde 2016 in Frankreich; die erste Teilnahme an einer EM-Endrunde seit 1972 und allgemein die erste Teilnahme an einer Endrunde seit der WM-Teilnahme 1986.

Im April 2016 erreichte Ungarn mit Platz 18 die bisher beste Platzierung in der FIFA-Weltrangliste.


Hyballa bei „Voetbal Inside“
(niederländische TV-Sendung):

http://www.voetbalinside.nl/

 

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