MELTING POT im Fußball-Dschungel

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Updated: November 3, 2018

Der Fußball-Leistungssport ist international – verschiedene Kulturen, Hautfarben, Sprachen, Persönlichkeiten und Philosophien sind im Top-Sport an der Tagesordnung. Auch beim Führen einer Mannschaft sind unterschiedlichen Kulturen sexy – da verschiedene Einflüsse auf das Trainerteam zukommen. Besonders sich in die andere Person „einzufühlen“ ist eine Kunst – und lass uns ehrlich sein, gelingt auch nicht immer. Aber die Offenheit zu besitzen, um es zu wollen und verschiedene Strategien anzuwenden, ist brutal herausfordernd. Diese Erfahrungen sind spannend und bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit wichtig. Diese Dinge stehen auch nicht immer in Motivationsbüchern und auch nicht in WhatsApp-Profil-Sprüchen. Einfach Ohren und Augen offen halten….und eine Instinkt-Nase entwickeln… die steht aber nicht in Büchern!

Melting Pot im slowakischen Dschungel

Fusion of nationalities, cultures and ethnicities….

Eine Fußballmannschaft hat verschiedene Flaggen… eine Art Melting Pot: „The melting pot is a monocultural metaphor for a heterogeneous society becoming more homogeneous, the different elements melting together into a harmonious whole with a common culture or vice versa, for a homogeneous through the influx of foreign elements with different cultural background with a potential creation of disharmony with the previous culture… The exact term melting pot came into general usage in the United States after it was used as a metaphor describing a fusion of nationalities, cultures and ethnicities in the 1908 play of the same name.” (Wikipedia)

Ich bin jetzt seit ca. vier Monaten in der Slowakei und trainiere eine Profimannschaft. Ganz ehrlich, sein Trainerwerkzeug an den Mann zu bringen – wie man die fünf Phasen trainiert…

  • Offensive
  • Defensive
  • Umschalten Defensive
  • Umschalten Offensive
  • Standardsituationen

…ist doch auf der ganzen Welt dasselbe – den Fußball ist beliebt von hier bis Singapur und von Grönland bis Hawaii 11 gegen 11 mit einem Ball. Das einzige ist, dass jedes Land seine etwas andere Fußball-Kultur besitzt und die Spieler vielleicht eine andere Ausbildung genossen haben. Z.B. in einem Land wird oft mit zwei Spitzen gespielt, woanders wird passiv verteidigt im Block und woanders wieder mannorientiert draufgeschoben…

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Trainer seine ganz klar eigenen Ansichten besitzt und die zusammen mit dem Team bearbeitet. Auch manchmal autoritär, den nicht nur der Trainer muß die Spieler fühlen, sondern auch umgekehrt und das vergessen wir leider zu oft. Der Trainer ist nicht für jede vergebene Chance verantwortlich und auch nicht für die verschiedenen Launen des Teams. Spielerberater rufen mich oft an und sagen:“ Coach, wir bieten ihnen Spieler, der jetzige Trainer kann nicht mit ihm umgehen.“ Ich sage oft – und der Spieler – macht er auch Fehler? Oder ist nur der Trainer der Idiot?

Feldtrainer Romantik

Auch unangenehme Erklärungen bedeuten Anerkennung

Er kann aber einen gewissen Rahmen gestalten – und Liebe und Anerkennung geben – doch auch mit unangenehmen Erläuterungen müssen Spieler umgehen und auch dies bedeutet ebenfalls Liebe und Anerkennung. Der Trainer gibt die Richtung vor – aber er bestimmt sie nicht, sondern er gibt bestimmte Prinzipien vor und kann verschiedene Normen und Werte mitteilen. Zum Beispiel beim Ballverlust, alle sofort hinter den Ball kommen, oder Angriff über die rechte Seite soll der rechte Außenverteidiger hochschieben. Doch die Spieler und damit jede Kultur bestimmt die Intensität. Falls der Trainer damit nicht zufrieden ist, kann er es laufen lassen („Das wird schon“) oder sofort draufgehen (Das war gar nix“) oder auch mit Metaphern arbeiten und die jeweilige Kultur mitnehmen.

Afrikaner von weiten anzubrüllen ist eher kontraproduktiv oder Süd-Amerikaner stets zu kontrollieren – vergessen Sie es einfach. Also andere Wege zu finden ist relevant und deswegen setzen wir uns in unserem deutsch-niederländisch-bosnisch-tschechischen Trainerteam auch mit den einzelnen Kulturen auseinander oder kreieren Metaphern, die wir mit Bildern und Videoszenen befüttern. Denn auch wenn unsere „Kabinensprache“ englisch ist – weiß ich auch, dass nicht jeder Spieler 100% alles versteht und auch Dolmetscher sind nicht immer so fußball-affin, dass sie alles kapieren und dann 1:1 übersetzen können.

 

Sandwich-Verteidigungs-Burger „auffressen“

Da wir in unserer Mannschaft etwas Probleme in der Restverteidigung haben und so wie jedes Team wahrscheinlich den Wechsel von Raum- auf Balldruck nicht immer hinbekommen – haben wir Metaphern erarbeitet… wir haben einen dicken fetten Burger fotografiert und dazu die Spielerköpfe gerade von unseren Verteidiger in einem Sandwich abgebildet… so entstand schon mal die Organisation und der Raumdruck – dann haben wir den Burger essen lassen – und so wollten wir den Balldruck aussehen lassen…bei solchen Szenen entsteht auch immer Gelächter – aber jeder kennt einen Burger und sie wissen unsere Intention – da nur das ewige Aufzeigen von Halb- und Zwischenräumen öden Spieler an …und so versuchen wir stets die deutsche Organisation mit kreativ niederländischen Ideen zu garnieren.

 

Panama – Keyword

Oder auch mit Schlüsselworten arbeiten, aber die Spieler ihrer Mannschaft berühren. Ich habe einen linken Außenverteidiger aus Panama – und wenn er hochzieht, ist es das Panama-System, aber auch die anderen Spieler wissen was sie in den verschiedenen Räumen machen soll…und bei der Intensität haben wir mit spanischer Sprache gearbeitet und Szenen südamerikanischer Fußball-Ästhetik gezeigt und somit wollte ich ein Gefühl beim linken AV aber auch den anderen Spieler vermitteln – wie aggressiv sein– Risiko – Bodyguards und Flügelarbeit bestimmte Lebensfreude aufzeigen…

 

Cowboy – Beamter

FC DAC ist ein spannendes Projekt, da wir verschiedene Nationalitäten, Sprachen und Typen haben und darum bin ich gerne Fußballtrainer auf den Plätzen der Welt mit all seinen Widrigkeiten und Herausforderungen und deswegen lieber Cowboy als Beamter…

  

Hajra DAC

Vortrag Gegenpressing  –  Totaal Voetbal an der Uni Münster (deutsch-niederländische Fussball-Kultur)

Deutsch-Niederländische Fußballkultur an der Uni Münster

Anfang Oktober hat Hyballa einen Vortrag gehalten im Niederlande-Zentrum an der Uni Münster/Westf. Auf Einladung des Instituts beschrieb der deutsch-niederländische Profitrainer seine eigene Biographie, die geprägt ist aus den beiden Ländern und gab auch Hinweise zur deutsch-holländischen Fußballvergangenheit.

Auch bestimmte Themen, wie Nachwuchsarbeit, AJAX-Schule, Coerver-Techniken und sozial-gesellschaftlichen Themen wie polderen, pamperen und verschiedene Kulturrichtungen wurden beleuchtet.

Auf jeden Fall war es mal was anderes, als immer nur über Fußball zu sprechen und auch hier wieder die Gesellschaftskultur hat erheblichen Einfluß auf die Art und Weise des Fußballspielens…!

 

Hyballa-Kolumne in der neuen De Voetbaltrainer (in niederländischer Sprache)

Fake runs

In het stadion, op de televisie en tijdens de meeste wedstrijdanalyses wordt er vooral gelet op de speler aan de bal. Natuurlijk springt een Arjen Robben in het oog door zijn waanzinnige dribbels en doelpunten. Maar hebben we, zeker als voetbaltrainers, wel voldoende aandacht voor de spelers die ‘voorwaardelijke acties’ maken, bijvoorbeeld door middel van fake runs of het innemen van fake positions? Een herkenbaar voorbeeld is de vleugelverdediger die een loopactie maakt op de vleugel en daarmee een tegenstander bindt. We noemen dat hier de Alaba, die als vleugelverdediger ook weleens loopacties schuin naar binnen maakt en daarmee tegenstander voor keuzes stelt. Zeker bij teams die nog erg mangeoriënteerd zijn (mandekking), zoals we veel in de Eredivisie zien en ook tijdens het laatste WK. Of denk aan de spits van Bayer München die een loopactie maakt zonder echt de bal te willen hebben, maar zodoende wel een centrale verdediger meeneemt waardoor Arjen Robben nog beter in 1:1 komt. Weer een andere fake run is de centrale middenvelder die tussen de centrale verdedigers komt tijdens de opbouw teneinde de tien van de tegenpartij weg te lokken. Hij hoeft zelf de bal niet te hebben. Je creëert daarmee ruimte voor een andere middenvelder die meer ruimte krijgt en aanspeelbaar wordt.

Echte topspelers doen niet een paar keer per wedstrijd een fake run, maar soms wel twintig keer! Niet onbelangrijk: misschien doen ze het al die keren voor ‘niets’, waarmee ik wil zeggen: zelf krijgen ze de bal niet, maar ze laten anderen er beter door spelen. Bij ons roepen we ‘Panama!’ tijdens de wedstrijd. Onze back, international van Panama, gaat dan diep, zonder altijd de bal te krijgen. Een tegenstander binden kan al genoeg zijn.

Aandacht voor fake runs vind ik ook een welkome aanvulling op de techniektraining waarbij we toch vooral naar de speler aan de bal kijken. En het trainen van fake runs is ook nog eens uitstekend te integreren binnen de voetbalconditietraining, zo lang je je spelers in de hoogste intensiteit aan het rennen krijgt. Dit kan prima gecombineerd worden met een passoefening. Er wordt dan niet alleen van A naar B gepasst, maar je integreert dan allerlei wedstrijdechte loopacties die in de hoogste versnelling moeten worden uitgevoerd. Belangrijk is dat je de echte onvoorwaardelijkheid erin krijgt: spelers moeten bereid zijn te rennen zonder de verwachting zelf de bal te krijgen. En voor de speler aan de bal geldt: je krijgt nu dankzij je medespeler meer ruimte, dus doe er iets mee! Oftewel, hier stimuleer je als trainer het maken van acties weer voortdurend. En degene die een fake run plaatst, moet niet alleen maar als Usain Bolt sprinten en klaar. Nee, hij moet wel goed kijken wat er om hem heen gebeurt. Misschien kan de 1:1-actie niet doorgaan en is juist hij door zijn loopactie de beste optie geworden voor het vervolg.

Het hebben van aandacht voor de fake run is ook sexy: spelers horen weer eens wat anders. En niet onbelangrijk: die vleugelverdediger die deze onvoorwaardelijke loopactie voor de zoveelste keer maakt, krijgt expliciet waardering voor zijn inzet! Het komt ook voor dat de fake runner als onverwachte opbrengst wordt beloond voor zijn actie: de spits maakt een loopactie om ruimte te maken voor de vleugelaanvaller en die schiet op doel. De keeper laat de bal los en dankzij zijn loopactie kan de spits snel reageren op de rebound.

Internationales Trainerteam

Typen, Kinopremiere und Nicht-Typen

Hyballa war Mitte Oktober in Müchen bei der Kinopremiere von „Being Mario“ und hatte ine interessante und unterhaltsame Diskussion mit Marco Hagemann und Fritz von Thurn und Taxis über Typen, Depressionen und das Drecksgeschäft 😉 Fußball…

 Sie sind seit Mitte Juli Trainer in der Slowakei beim FC Dujnaska Streda. Wie sind Ihre ersten Erfahrungen?

Sehr gut. Der Klub wird seit drei Jahren von einem ungarisch-slowakischen Eigentümer geführt. Wir haben eine super Trainingszentrum und ein ganz junge Mannschaft, für die ein entsprechender Trainer gesucht wurde. Nach elf Spielen haben wir nur eine Niederlage und sind drei Punkte hinter dem Tabellenführer Slovan Bratislava auf Platz zwei. Es macht mir Riesenspaß und ich hoffe, es geht so weiter.

Wie kann man die Liga sportlich einordnen?

Vom Niveau her ist das so obere zweite Bundesliga. Wir haben zwölf Nationalspieler und U-21-Nationalspieler aus der ganzen Welt, da sind schon gute Spieler dabei. Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass der ein oder andere von denen nächste Jahr in der Bundesliga oder vielleicht sogar in der Premier League spielen wird. Etwa unser Innenverteidiger Lubomir Satka oder unser Mittelstürmer Vakoun Issouf Bayo, der jetzt sein Debüt für die Elfenbeinküste gefeiert hat.

Kino-Premiere -Being Mario – in München mit FritzThurn und Taxis, Lisa Eller und Marco Hagemann

Trotz der Vorbereitung auf die Liga sind Sie extra für nicht mal 20 Stunden nach München gekommen, um bei der Kinopremiere von „Being Mario Götze“ in München dabei zu sein. Weil das Thema und der Mensch Mario Götze Ihnen wichtig sind?

Wegen Mario Götze und auch Regisseur Aljoscha Pause, den ich sehr sympathisch finde. Und mit Mario habe ich ja zweieinhalb Jahre ain der U 19 von Borussia Dortmund zusammengearbeitet. In der Jugend ist das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler noch sehr viel enger. Den ganzen Zirkus drumherum gibt es nicht, dafür ist neben den Inhalten die Empathie sehr wichtig.

Wie finden Sie den Film?

Er hat mir gefallen, nur ab und zu kam er mir sehr düster vor. Manchmal hat es mich mehr an so Krimis aus Skandinavien erinnert. Aber diese Kontraste zwischen Triumph und Tristesse, die es bei Mario ja gab und gibt, machen ja auch einen Film aus.

Ist die Fallhöhe bei Mario Götze deshalb so hoch, weil man mehr als Matchwinner im WM-Finale eigentlich nicht erreichen kann?

Kann sein, ich sehe das aber nicht als Hauptproblem. Aus meiner Sicht ist die Fallhöhe so hoch wegen der Außenbetrachtung seiner Person durch die Menschen. Andy Brehme hat 1990 auch den Siegtreffer im WM-Finale für Deutschland geschossen, der wurde aber nicht ständig so rasiert wie Mario. Ich glaube, das hat mehr mit seinem Typ zu tun: Ein bisschen introvertiert, nicht immer Everybodys Darling. Du kommst einfach nicht so an ihn ran wie an andere Spieler.

Wie war denn Ihr erstes Kennenlernen?

Unser damaliger Nachwuchs-Torwarttrainer Mathias Kleinsteiber, der auch das BVB-Jugendinternat geführt hat, hat mich auf ihn aufmerksam gemacht. Und dann kam so ein kleiner pummeliger Typ zu uns, aber der hat einfach fast alles richtig gemacht. Ich bin eigentlich im Training immer sehr emotional dabei, aber als ich das gesehen habe, war ich eine Zeit lang ziemlich ruhig. Danach habe ich den damaligen U-17-Trainer angerufen und gesagt: Der kommt nicht mehr zu euch zurück.

Wie lief es dann weiter?

Wir haben damals eine Riesensaison gespielt, standen in den Endspielen um die Meisterschaft und den Pokal. Mario war sehr schnell ein wesentlicher Bestandteil des Teams, hat auf der 10 und auf außen gespielt. Man hat damals schon gesehen, was für unfassbare Qualitäten er besitzt. Er sieht Räume, hat eine herausragende Technik und wahnsinniges Talent. Wir haben zum Beispiel im Trainingslager mal einen Triathlon gemacht, da ist er auch allen anderen davon geschwommen. Da habe ich gedacht: Was kann der eigentlich nicht? Man muss aber eins dazu sagen.

Was? 

Seine Entwicklung kommt nicht allein vom lieben Gott, sondern auch die Jugendabteilung von Borussia Dortmund hat einen sehr großen Anteil. Weil die Trainer damals beim BVB auch einen sehr schroffe, direkte Art hatten, wie es im Ruhrgebiet irgendwo dazu gehört. Und diese Ansprache war für Mario genau richtig. Ein Sensibelchen muss man nicht immer sensibel anpacken, sondern manchmal genau kontraproduktiv anpacken, um das Optimum herauszuholen.

Gibt es noch genügend Typen?

Die junge Generation ist inhaltlich und fachlich überragend. In der Theorie sind sie gut und planvoll aber sie haben keine Instinkt-Nase. Meine Generation ist beim Coachen auf dem Feld viel besser. Was uns fehlt, sind Querdenker, Trainer aus der Wildnis, die ein paar mal entlassen worden sind. Diese Typen, die nicht direkt von der Uni kommen. Die können dann vielleicht kein PowerPoint oder Excel-Tabellen machen.  Aber du brauchst in der Jugend auch ein paar von diesen Old-School-Typen, die echten Fußball riechen und schmecken. Ich glaube, dass der deutsche Fußball da ein Riesenproblem hat. Wir sind ein total stromlinienförmiges Land und spielen stromlinienförmigen Fußball. Also müssen wir taktisch noch besser werden, besser als alle anderen. Weil bei den Typen sehe ich schwarz.

 

Experte bei DAZN

—Weblinks—

http://fcdac.sk/en/video/2018/10/22/video-dac-podbrezova-32-official-aftermovie

https://www.goal.com/de/meldungen/peter-hyballa-interview-mario-goetze-film-krimi-skandinavien/2t4ovbbeb8uy145vffg98q752

https://www.voetbal.com/news/_n3403884_/hyballa-verricht-uitstekende-zaken-bij-dunajska-streda

https://www.suedkurier.de/ueberregional/sport/Jugendtrainer-Peter-Hyballa-schlaegt-Alarm-Der-Jugendfussball-ist-krank;art410965,9920886

https://www.goal.com/en/news/dortmunds-gotze-needs-right-coach-to-return-to-his-best-says/1stqorfeuausk105to4e3eeb4b

 

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