Mentales Pressing

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Updated: Juni 12, 2017

Coaching und Mannschaftsführung – es entsteht ein Kopf an Kopf-Rennen mit der TAKTIK. Aber gibt es DIE Teamgestaltung und die empathischen Strukturregeln – oder gibt es nicht einfach nur den authentischen WEG der Trainer, die ihren eigenen Weg gehen! Ein paar Sinn-Fragmente von PH – der vor großen Business-Unternehmen, Trainerfortbildung und Universitäten über diese Thematik mehrfach referierte!

Doppelpass zwischen Empathie und Taktik

Auch im Coachingprozess arbeiten wir viel mit Stress – aber auch  mit positiven Stress – d.h. Spaß, Lachen, Loben, Motivieren aber auch negativem Stress –d.h. tadeln, kritisieren, harte Ansprache und absichtliches psychisches Überfordern!

 

  1. ) Mentales Pressing (die Spieler müssen glühen)
  2. ) Die beste Teambuilding-Maßnahme, 4 gegen 4
  3. ) DER TEAMTAG –
  4. ) Mannschaftsführung – Provokationsmethoden!!!
  5. ) Besprechungen – leise, laut, nett, scharf machen und gemeinsam sind wir stark!
  6. ) Halbzeitbesprechungen – auch mal gegen den Strom schwimmen!
  7. ) Gegnervorbereitung – wichtig, aber viel wichtiger ist, dass wir ÜBERZEUGT von uns sind!!
  8. ) Motivation – Die Mannschaft muss eine „seriöse Explosionsstimmung“ besitzen
  9. ) Ziele: Schritte machen – arbeiten – extreme Schritte machen – arbeiten – Schritte bestätigen – arbeiten – Schritte extrem bestätigen
  10. ) Coaching im Training und Spiel: leidenschaftliche Begeisterung aber ohne „Rote Karte“ Motiv
  11. ) Face to Face-Sitzungen (Einzelgespräche)
  12. ) Die 2017er Generation – Feeling-Videos dosiert einsetzen!

Coachingsprache easy going

Zu A) – Als Coach  versucht man die Spieler zu packen, d.h. der entscheidende Tag – ist der Spieltag – wir bauen die Tage aufeinander auf – wir beginnen die Woche sehr ruhig – es wird dann immer hektischer und stressiger. Den größten Stress machen wir in der non-verbalen Kommunikation, d.h. in Spielformen, denn Reden ist Silber – aber Schweigen ist Gold!

  • Die Spieler müssen glühen am Spieltag – sie müssen versuchen, alles für das Team zu tun, aber wirklich aus ihrem Innern heraus – die Spieler brauchen keinen Kreis vor dem Spiel machen, wenn Sie nicht dahinterstehen sie müssen den Teamgedanken in sich tragen…auch darum machen wir vieles im Stress, denn nur im Stress glühst du, denn man muss nach den Spielen nicht nur physisch total kaputt sein – sondern auch mental – die Spieler werden von vielen Trainern mental (positiv) gepresst – aber dies ist nicht verkehrt, wenn es authentisch ist!!!

 

Zu B) Als Trainer macht man sich viele Gedanken, für die sogenannten Teambuilding-Maßnahmen  – Rafting, Bogenschiessen, Paintball oder Hochseilgarten etc. das sind auch alles interessante Dinge, bringen auch Spaß und führen sicherlich ein Team zusammen.  Die beste Teambuilding-Maßnahme ist doch Fußball – und dann am besten Wettkampfformen, wo es ums Gewinnen und Verlieren gehen – also die beste TEAMBUILDING-MASSNAHME ist 4 gegen 4 , denn da hat man, Vertrauen schenken/geben, Kampf, unbedingtes Gewinnen wollen, Risiko im 1 gegen 1 offensiv, hohe Mentalität im defensiven 1 gegen 1, harte gegenseitige Ansprache (Coaching) unter Stressfaktoren, Spaß, Freude und Begeisterung, ein positives Wir-Gefühl nach gewonnenen Spielen + hohen Status in der Gruppe, ein negatives Wir-Gefühl, sich gegenseitig die Meinung sagen, auch keine Anerkennung zu bekommen…

  • Sie kriegen also alle Dinge, die sie auch in einer Rafting-Tour bekommen, nur beim 4 gegen 4 gibt es auch Technik, Taktik und Fitness – auch die ist wichtig für das wichtigste in der Woche – das PFLICHTSPIEL!!!

 

Zu C) Es gibt auch mal einen TEAMTAG – diese Tage sollen dem Trainer helfen, seine Spieler mal anders kennen zulernen, aber es ist auch mal wichtig für die Spieler seine Mitspieler anders zu erleben. Mit einem Zweitligateam haben wir zusammen mit der Bundeswehr mal diesen Tag geplant – einen 17,2 km Fußmarsch durchs Gelände mit verschiedenen Aufgaben, wo Kleingruppen extreme physischen aber auch mentalen Aufgaben lösen müssen – es ging auch wieder ums Gewinnen, Gewinnen, Gewinnen…wer wird der Beste – also wieder etwas in Richtung des Spieltages! Es zeigt auch, dass sich der Trainer und Manager Gedanken wie sie ihre Spieler zu Höchstleistungen provozieren können – aber auch mit ganz viel TEAMSPIRIT!

Entscheidend is aufm Platz

Zu D)

  • Die großen Unterschiede zu demokratischen, autoritären und laissez-fairen Stil werden in jeder Trainerausbildung besprochen – ich glaube, dass wir etwas von allem haben – aber zu diesen großen drei Arten der Mannschaftsführung, gibt es noch die PROVOKations-Art…Spieler so zu provozieren (immer im Rahmen), dass sie sich genötigt fühlen Höchstleistungen zu bringen. In einer Teambesprechung kann man z.B. den gegnerischen Spieler nachspielen und ihn erläutern lassen, was er von unserer Mannschaft hält. So kann man implizit den Gegner stark gemacht, aber eigentlich doch explizit die eigene Mannschaft….

 

Zu E)

  • Sachlich (nur taktisch)
  • Fachlich (auf den Gegner einwirken)
  • Provozierend (Türen eintreten)
  • Ironie (den Gegner stark machen – um sich selbst stark machen)
  • Väterlich (Mut zu reden)
  • Konservativ (die Vorbesprechung nur nachhaltiger wiederholen)
  • Non-verbal (kaum was sagen, nur Augen zwinkern oder den Daumen hoch)
  • Frage und Antwort (mit den Spielern kurz besprechen, wie sie sich taktisch fühlten)
  • Durchdrehen (alle „beschimpfen“ – und trotzdem Lösungen finden)
  • Detailliertes Coaching (genau ansagen, was man Ballverlust und Ballbesitz macht)
  • Videoanalyse (2 – 3 Analysen noch mal zeigen)
  • Pure Motivation (aufs Spiel eingehen und dann die Spieler ´hoch ziehen´)

Face to Face very important

Zu F)

  • Die üblichen Verhaltensweisen sind ja klar, in der wichtigsten Besprechung für den Trainer während des Spiels – Mannschaft kurz sammeln lassen usw. – aber auch hier kann man mal was sagen und neben dem Strom schwimmen –
  • die Mannschaft nicht zur Ruhe kommen lassen, sondern sofort mit Fehlern aus der 1.HZ konfrontieren, sie dabei provozieren, sie im Stress beibehalten
  • die Mannschaft zur Ruhe kommen lassen, das Trainerteam bespricht sich, was jeder gesehen hat – der Chef-Trainer muss dies sammeln und dann der Mannschaft präsentieren
  • Klare Aussprache/ viel an der Taktik-Tafel zeigen oder Videosequenzen per Beamer besprechen
  • Einzelne Spieler es noch taktisch aufzeigen, an die Tafel heranholen
  • Die Spieler berühren und tief in die Augen schauen, Vertrauen geben, aber auch erinnern, dass sie noch besser spielen können
  • Am Schluss im Kreis stehen, und das TEAM-CREDO brüllen

 

  • Zu G)
  • Der Gegner wird ein paar Mal gesichtet von verschiedenen Staff-Personen, das heißt live – wenn wir auswärts gegen den Gegner spielen – fahren wir oft dorthin, um auch das Stadion zu „schmecken“ und die gegnerische Atmosphäre – dies wird erledigt vom Trainer, CO-Trainer und unseren Scouts – es ist auch wichtig die Spieler nicht nur auf Taktik vorzubereiten – sondern auch auf das Stadion, Platz und gegnerische Fans! Dazu schaut man immer mindestens zweimal die DVD vom Gegner und schneiden die 5 Hauptpunkte heraus – Ballbesitz – gegnerischer Ballbesitz – beide Umschaltphasen – sowie Standardsituationen.
  • Man zeigt oft den Gegner, um sie sehr professionell darauf vorzubereiten, doch bei diesen Analysen nicht zu viel vom Gegner, sondern mehr die eigene Mannschaft in den Fokus stellen – das will heißen, wie könnten wir in den jeweiligen Szenen es lösen – WIR BESPRECHEN DEN GEGNER ABER EIGENTLICH SCHAUEN WIR AUF UNS!!

 

Zu H) die Mannschaft heiß machen – aber nicht mit der Gefahr dass sofort zwei Spieler rot bekommen! Auch die emotionale Handschrift ist oft einer Mannschaft anzusehen – wenn sie ruhig und cool spielen sollen, so ist auch der Trainer ruhig und cool – falls sie pressen sollen und Vollgas-Fußball spielen ist der Trainer hochemotional – doch bei aller Emotionalität und Druck bzw. Stress – das Credo gilt immer: Seriosität zum Mitspieler, Gegenspieler und Schiedsrichter!!

 

Zu I)

  • Eine Mannschaft muss sich immer neue Ziele setzen, auch der Trainer gibt diese vor:
  • In der Tabelle (Punkteausbeute)
  • In der Tordifferenz ( Tore und Gegentore)
  • Für ein Spiel (so viele Ballkontakte und so viele Ballkontakte darf dein Gegenspieler haben)
  • Challenge – wer gewinnt das Duell – du oder dein Gegenspieler!?
  • So viele Spiele machst du in dieser Saison (langfristiges Ziel)
  • Interne Wette mit dem Trainer machen
  • Interne Wette mit dem Mitspieler machen

 

Zu J)

  • Das wichtigste ist – bleib authentisch – die Spieler merken schnell, ob man ein „Show“-Trainer ist – wir coachen relativ viel – am Anfang der Saison wurde viel gestoppt, Situationen eingefroren und gecoacht – die Handschrift sollte schreiben lernen – aber auch Spieler sollen sich gegenseitig coachen, wichtig ist dabei – kurze Kommandos geben – ich übernehme, er kommt, er geht, mach links zu – das sind viel wichtigere Dinge als nur emotional zu coachen! Aber es kann auch „harte“ Fußballersprache angewandt werden – es geht um Gewinnen und Verlieren!

Herz und Kopf zu erreichen ist das Ziel

Zu K)

  • Diese setzt man sehr dosiert an – da man sich auf dem Trainingsplatz sehr viel erzählen kann, man braucht also keine richtigen Einzelsitzungen machen; doch wenn ein Einzelgespräch ansteht , will der Coach face to face meine ehrliche Meinung sagen, was nur dem Spieler und dem Trainer angeht – wichtig dabei: Augenkontakt, das Handy ist aus, kein Tisch zwischen Trainer und Spieler, wenn taktische Dinge besprochen werden ist Laptop (Video) oder Taktiktafel dabei – die Spielermeinung ist wichtig, aber der Trainer gibt den Rhythmus vor und der Spieler muss letztendlich ihm folgen – ohne Wenn und Aber! Aber der Trainer folgt ihm auch! Vertrauensmuster erstellen!!
  • Wichtig ist auch, dass der Spieler jederzeit sein Gespräch mit dem Trainer haben darf – beim Gespräch müssen Ziele und Aufträge für den Spieler angesagt werden, die er zu erfüllen hat – das nächste Face to Face – Meeting soll frühestens 3 Monate später kommen, nicht alle 2 – 3Wochen…

 

Zu L) In der Multi-Media-Generation, lässt oft was einfallen, bei jeder Besprechung müssen die Spieler denken, was kommt heute – auch wenn man 2-3 ähnliche Besprechungen hintereinander ist dies auch ein Indiz für Vertrauen, Routine und Souveränität. Es werden Videos geschnitten – mit viel schneller und lauter Musik, dazu viele bewegten Bildern von uns – viele Torszenen, Tore und auch den Gegner lassen wir zeigen (tolle Szenen – unsere Spieler provozieren) (Schlechte Szenen – um uns stark zu reden).

  • Als wir der Außenseiter in einem Spiel waren, haben wir eine Kurze Asterix-Sequenz gezeigt, um uns als gallisches Dorf zu interpretieren – doch dass dieses gallische Dorf sich wehren muss und zusammenhalten muss – das klappt gegen die Römer aber ab und zu auch in unseren Spielen!
  • Wichtig dabei ist – dass der Trainer seine Linie hat – der Trainer macht sich bei diesen Dingen nie lächerlich, sondern er zeigt dass für den Sieg alles gemacht wird und dass er die Spieler in ihrem Unter-Bewusstsein erreichen will…

 

Authentische Trainer-Empathie

 „Zu warnen ist allerdings vor aufgesetzten und „gespielten“ Ausbrüchen, Emanationen dieser Art führen zu einem sofortigen Zusammenbruch der Beziehungsebenen: „Impression management tilt!“

Sogar die klassische Rhetoriklehre, die Schaueffekten nicht konträr gegenübersteht, weist eindringlich auf die Notwendigkeit von Echtheit hin.“ (Welke, M. Leistungssport 3/2017, S.16, philippka.)

 

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