Schlaubi-Schlumpf-Generation: Trainingsfreiheit mit Talenten

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Updated: Oktober 1, 2019

Spielt ihr das selbe System wie die Profis und gibt der Verein die Ausbildungsphilosophie vor? Typische Fragen, wenn es um die Interaktion zwischen Senioren- und Jugendabteilung geht. Interessant dabei ist immer, dass Profitrainer ihre Meinung sagen können, aber die Trainer im Jugendbereich sollten ihre Aufgaben selbstständig erledigen. Jugendtrainer können und sollen sich auch stets mit dem Profitrainer austauschen – doch eines ist immer klar – der Profitrainer muss gewinnen – der Jugendtrainer muss entwickeln!

Sicherlich hängt auch beides miteinander zusammen…  Nachwuchstrainer und Trainer der ersten Mannschaft können am besten zusammen arbeiten, wenn beide Interesse für den anderen haben, beide nicht arrogant sind (auch Jugendtrainer von heute sind SchlaubiSchlümpfe, denken dass sie ganz schnell in die Bundesliga müssen) und sich nicht gegenseitig „abgrätschen“ (sprich: der eine will ganz schnell nach oben und der andere will die Jugendcoaches klein halten). Wenn diese Akzeptanz nicht gegeben ist, braucht man am besten auch gar nicht miteinander kommunizieren…  denn eine Mannschaft zu coachen, ist schon anstrengend genug!

Emotionalität darf im Fussball niemals auf dem Index stehen

Freiheit und Vielfalt anbieten in der Jugendförderung – bloß nicht nur ein Spielstil trainieren

  • Gerade in Fußball-Deutschland wird immer gerne einen Trend hinterhergejagt, obwohl es alles schon mal gab. Zur Zeit ist der Raumfußball in aller Munde – und unglaubliche vielfältige Positionsspiele mit aufgezeichneten Räumen und ggf. noch verschiedene Dummys auf dem Platz. Sicherlich gibt es auch da wieder positive Ansatzpunkte – nur wenn ein Trainer in der Jugend oder im NLZ da keinen Bock drauf hat und vielleicht ein überragender Balltrainer ist und der nächste vielleicht ein emotionaler Zweikampfcoach ist – dann liebe Jugendkoordinatoren und Dokumententrainer – dann lasst diese Trainer einfach nur machen… und seht in Ihnen ihre Stärken. Denn jeder Trainer kotzt, wenn er das machen musst, worauf er keine Lust hat… Vielleicht gibt es in der U15 einen starken emotionalen Drillansatz und in der U17 einen taktisch-orientiertes Raumkonzept und in der U19 wieder technisch-konzeptionelle Strategien für Winnermentalität… lass die Trainer etwas experimentieren!
  • Denn jeder Trainer hat seine Idee und einen anderen Einstieg sowie verschiedenes Coaching. Vielleicht ist es Chaos – was man positiv auch als Vielfalt titulieren kann… aber von oben herab ansagen – wie ein Talent besser Fußball spielt geht gar nicht!!! Das müssen Spieler und Trainer zusammen auf dem Platz herausfinden.
  • Protokolle und Konzepte sind zwar interessant, doch der jeweilige Trainer sollte sich mit seinen Ideen identifizieren und die Spieler bekommen auch eine Vielfalt von Trainingsmetoden angeboten… Denn wenn nur dieselben Trainertypen in der Jugendabteilung arbeiten, dann entsteht auch eine stromlinienförmige Ausbildung und so wird nicht jedes Talent optimal gefördert.

 

Die Trainer in der Praxis packen an und labbern nicht!

Jugend- und Profitrainer „akzeptiert euch  mal!!“

  • Beide Trainergruppen sind extrem wichtig – doch beide verfolgen andere Ziele. Der Jugendtrainer muss die Spieler auf das nächste Level bringen, gerade im technischen Bereich… und das aber ohne Stress und Step by Step. Der Profitrainer genau dasselbe, nur jede Woche auch drei Punkte holen. Dazu neben dem Feld viele People-Manager-Funktionen ausführen. Der Profitrainer braucht nicht arrogant zu den Nachwuchstrainern sein, denn er braucht die neuen Jungs schnell und gut ausgebildet. Und auch muss der Profitrainer nicht hinter jedem „Baum einen Feind sehen“ – denn er ist im Herzen eine Persönlichkeit, sonst entscheidest du dich nicht für diesen extremen Beruf.
  • Der Jugendtrainer muss richtig Lust auf Feldtraining haben und verschiedene Spiel- und Übungsformen anpassen. Und auch er sollte nicht zu arrogant sein, was heutzutage in der jungen SchlaubiSchlumpf-Trainergeneration immer mehr vorkommt. Denn auf der Tribüne sitzen oder in Trainersitzungen darüber zu urteilen, wie der Profitrainer sich äußert oder aufstellt, ist ebenfalls fragwürdig und total respektlos. Da man nicht selbst im FEUER steht, ist es wichtig immer zu wissen, dass Trainer in einem Boot sitzen.
  • Aus diesem Grund gebe ich bei Jugendabteilungen (auch in meinem aktuellen Klub) immer wieder Workshops, nicht um zu zeigen wie geil ich bin, sondern um sich auszutauschen und einfach Raum-Ball und Tempotrainer zu verstehen und um ab und zu nach links und rechts zu schauen. Und liebe Jugendtrainer, wenn ihr unbedingt Profitrainer werden wollt, nur zu… doch bitte immer auf loyalen und arbeitsreichen Weg!

Geh deinen Weg – aber denk nach!

Immer wieder – Deutschland-Niederlande – Hyballa-Interview

Am Freitag findet das 44. Aufeinandertreffen zwischen den Fußball-Nationen Deutschlands und der Niederlande in Hamburg (20.45 Uhr) statt. Vor der Partie sieht Fußballlehrer Peter Hyballa, Sohn einer niederländischen Mutter und eines deutschen Vaters, dass beide Teams bei der kommenden Europameisterschaft „hohe Favoriten“ sind. Und dass die Zeit der „Fußballkriege“ zwischen den Nachbarländern Geschichte sei. Mit ihm sprach unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik. (Westfälische Nachrichten, 03.09.2019)

Wenn die Nummer 15 der Weltrangliste auf die Nummer 17 trifft, dann ist das doch das Duell zweier zweitklassiger Nationalteams, oder?

Hyballa: Von der Weltrangliste halte ich nicht viel. Was Tradition und Leistungsstärke betrifft, gehören beide Mannschaften zu den hohen Favoriten auf den EM-Titel, obwohl beide aktuell noch im Umbruch sind.

Was machen die Niederlande, nach verpassten WM- und EM-Teilnahmen in den letzten Jahren, nun besser?

Hyballa: Vor einigen Jahren hatte die „Elftal“ große Probleme, die Ergebnisse stimmten nicht, das Spielsystem funktionierte nicht mehr. Das war die Chance für die jungen Spieler. Zum Beispiel Matthijs de Ligt, der mit 17 Jahren in der Nationalelf debütierte. Seine zwei Fehler beim Debüt kosteten Trainer Danny Blind den Job, für ihn war es aber gut. Es gab somit eine Zeit, in der den Talenten Fehler erlaubt waren.

Und darüber hinaus?

Hyballa: Die Niederländer haben anti-holländisch in der Krise agiert. Es gab den Blick über den Zaun, es wurde viel nach Deutschland geschaut. Auch das 4-3-3-System von Johan Cruyff war nicht mehr heilig.

Bondscaoch Ronald Koeman brach also mit Traditionen?

Hyballa: Er schaute erst einmal nur auf das Resultat, untypisch ist für die Niederlande. Er spielte ein 5-3-2-System. Er hatte davor schon Feyenoord Rotterdam übernommen, als der Club in der finanziellen Krise steckte und er nur mit jungen Talenten arbeiten konnte. Er hatte Erfolg, ähnlich macht er das auch mit der Nationalelf. Zudem wurden die Strukturen im Verband verändert.

Auch Ajax Amsterdam erlebt gerade wieder eine Hochphase…

Hyballa: Der neue Trainer Erik ten Hag brach mit Ritualen, er verfügt nicht über das Ajax-Gen, das macht ihn freier. Er kam aus Utrecht und war davor auch Trainer von Bayern München II. Und er macht das, was in Deutschland viele Trainer auch machen. Er wechselt Systeme im Spiel durch, hält nicht starr an einer Marschroute fest. Das war für die Ehrendivision in den Niederlanden irgendwie sexy. Auch lässt er Gegenpressing spielen, was in den Jahren davor verpennt worden war.

Also eine Trendwende im niederländischen Fußball, auch dank Koeman?

Hyballa: Früher gab es die Generation um Marco van Basten und Ruud Gullit, später dann die um Wesley Sneijder und Arjen Robben. Soweit ist die aktuelle Nationalmannschaft noch nicht. Ein Geheimfavorit auf den EM-Titel ist sie aber schon, weil Virgil van Dijk aktuell der beste Abwehrspieler der Welt ist. Die Leistungsträger sind weiter gekommen. Auch Georginio Wijnaldum hat mit Liverpool die Champions League gewonnen. Und de Ligt spielt jetzt für einen Weltclub wie Juventus Turin, Frenkie de Jong für Barcelona. Memphis Depay ist eine Diva, die zwar bei Olympique Lyon nicht so dominierend agiert, aber er schießt die wichtigen Tore in der Nationalelf. Es ist spannend, ob nun die Weiterentwicklung zur Weltklassemannschaft funktioniert.

Deutschland gegen die Niederlande galt in den 70er- und 80er-Jahren als eine Art Fußballkrieg, ist das vorbei?

Hyballa: Ja, ich denke schon. Die Konkurrenz geht eher in Richtung Humor, und Humor bedeutet immer, dass auch Respekt vor dem anderem im Spiel ist. Ein gutes Zeichen ist, dass mittlerweile viele deutsche Spieler in der Ehrendivision spielen. Die Kritik an der eigenen Mannschaft ist mittlerweile viel schärfer als die an der deutschen Mannschaft.

Wie wurde mit der Last-Minute-Niederlage, diesem 2:3 im Hinspiel in Amsterdam, umgegangen?

Hyballa: Eigentlich war das kein Riesendrama, der Respekt vor der deutschen Mannschaft ist groß. In Holland sagt man, alle sind tot, nur der Deutsche steht wieder auf. Die Niederländer sehen ihre Mannschaft eigentlich auch weiter in der Außenseiterrolle.

Und wie endet das Spiel am Freitag?

Hyballa: 3:1 für Deutschland. Dafür werde ich von meiner Mutter wieder gescholten werden. Sie wird in Bocholt wieder die orangen Fahnen aufhängen und mit ihrem orangen Fahrrad in der Stadt klare Kante zeigen.

Ey Alter, nicht einschlafen

Grandslam: eine individualisierte Trainingsidee (Hyballa-Kolumne in “De Voetbaltrainer”)

Dit seizoen begon voor ons al snel, aangezien we ons hadden gekwalificeerd voor de Europa League voorronden. In de zomer is er echter voor miljoenen aan uitgaande spelers getransfereerd. Ik ben onder andere drie centrale verdedigers kwijtgeraakt, en ik heb er voornamelijk jeugdspelers voor terug gekregen. De gemiddelde leeftijd van onze selectie is nu 20,3 jaar! Normaliter start ik al in de voorbereidingsperiode met onze zogenaamde Grandslam-competitie tijdens de trainingen, maar door de midweekse wedstrijden en de voortdurende instroom van nieuwe spelers, zijn we daar wat later mee begonnen.

Grandslam-competitie: tijdens bepaalde oefeningen op de training kunnen spelers punten verdienen en daarvan wordt een seizoen lang een ranglijst bijgehouden. Dit doen we nu ongeveer 1x per week en aan het eind van het seizoen is er een ludieke prijsuitreiking. Denk aan partijspelen 11:11, 7:7, 4:4, duelvormen 1:1, maar ook spelvormen of aanvalsvormen van bijvoorbeeld 7:5. Bij die laatste vorm kan het ondertal natuurlijk méér punten verdienen dan het overtal. Het verdelen van de punten doe ik steeds anders. Als er 5 viertallen zijn dan 4:4 spelen, dan kunnen de spelers van de winnende ploeg bijvoorbeeld 30 punten verdienen, de nummer 2 10 punten, de nummer 3 minus 10 punten en de nummer 4 minus 30 punten. Dan wil je geen laatste worden! En iedere keer delen we teams op een andere manier in.

Bijvoorbeeld:

  • Per linie of positie; bijvoorbeeld aanvallers tegen verdedigers
  • Op leeftijd; oud tegen jong
  • Op nationaliteit; Slowaken tegen de ‘buitenlanders’
  • Op uiterlijk en gedrag; alle ‘gangsters’ tegen de rest

Als er teams gemaakt worden, geef ik vaak namen aan die teams. Dan gebruik ik mijn kennis over de spelers, door clubnamen te gebruiken waar ze zijn opgegroeid. Spelers weten dan direct dat ik me ook echt in hun verleden verdiept heb. Kortom, dit gebeurt allemaal met een knipoog, maar we houden de score wel heel serieus bij. En dat moet ook wel, want de spelers gaan als de brandweer tijdens een Grandslam-oefening! Het mag geen chaos worden, want de inzet voor de spelers is te hoog. Ik hoef aan het begin van een training maar ‘Grandslam’ te roepen en de handen gaan op elkaar. We zien het ook aan de data: we benaderen wedstrijdintensiteit bij Grandslamoefeningen. Bij deze activiteit gaat het wat minder om het team, het gaat om jóu! En dat past perfect in het huidige tijdsbeeld. Ik noem het de Instagramgeneratie: niemand wil posten dat hij onderaan staan op het lijstje, ook al gaat het om iets ludieks als Grandslam. Ik zou het ook iedereen die werkzaam is binnen opleidingen willen aanraden. Ja, het gaat ‘puur’ om het winnen, maar dat vind ik dus helemaal geen vies woord, óók niet in de opleiding! Als je winnen belangrijk vindt, dan gooi je er per definitie meer energie in. Hoe mooi is dat! En bij het eerste elftal moet zelfs winnen centraal staan. Als we niet winnen krijgen de spelers geen nieuwe club, verlies ik mijn baan, is de voorzitter ontevreden en komen de supporters in opstand. Dan besef komt vanzelf.

Het kan ook zijn dat onze fitnesstrainer grandslam-punten bij mij ‘aanvraagt’ bij een sprintoefening. Zo lang het maar bijzonder blijft – en dat is een kwestie van aanvoelen – vind ik het goed. We moeten als voetbaltrainer blijven onthouden dat we niet te maken hebben met literatuurstudenten, die alleen theoretische (tactische) dingen willen horen. Nee, gezonde competitie met een groot spelelement is minimaal even belangrijk. De Grandslam-competitie werkt in dat kader voor mij uitstekend! Afgelopen seizoen bestond de top 8 van onze Grandslamlijst uit vaste basisspelers. Ook hier werd de hiërarchie weer bevestigd op een natuurlijke manier. Op dit moment staat vooralsnog een zestienjarig talent bovenaan!

Agro sein im Duell – wichtiger Ausbildungsstein!

Weblinks

https://www.dac1904.sk/sk/clanek.asp?id=Video-DAC-Slovan-5-2-official-aftermovie-4365

https://www.wn.de/Sport/Lokalsport/Muenster/3942856-Interview-mit-Peter-Hyballa-Laenderspiel-gegen-die-Niederlande-Der-Bruch-mit-den-Ritualen

https://www.dac1904.sk/sk/clanek.asp?id=Video-DAC-Zilina-1-0-official-aftermovie-4497

 

DAZN-Experte bei PSV-Ajax

 

Spielformen mit Freiheiten, sind nur Schwerpunkte für den Trainerkopf

 

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