Spielen = Freiheit auf dem Platz

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Updated: Juli 19, 2020

In meinem ersten Spielebuch „Fußballtraining in Spielformen“ von 2010 schrieb ich die Worte „die allermeisten Spieler möchten lieber spielen als langweilige Übungen zu absolvieren. Der Trainer will und muss seine Spieler wie auch die gesamte Mannschaft weiterentwickeln. Ein Interessenskonflikt? Nein! Denn wirklich jeder Trainingsinhalt lässt sich in einer Spielform entwickeln. Ein paar kleine Kniffe reichen, um einen Trainingsinhalt besonders zu betonen. Andererseits ist der Coachingschwerpunkt nicht spielfremd isoliert, sondern wird so zusammen mit all den anderen Leistungsfaktoren trainiert, wie es auch das Wettspiel erfordert!

Alles im Griff

Auch zehn Jahre später bewahrheiten sich diese Sätze, Aber der Trainer kann nebenbei isoliertes Individualtraining anbieten, um bestimmte Inhalte zu verbessern – ob sie nun Drilltraining oder implizite Methode nehmen, ist dem Trainer zu überlassen…Es gibt kein Gut oder Schlecht, sondern nur ein anders. Aber spielen ist natürlich das attraktivste und lehrreichste, da am Ende des Tages wird auch 11 gegen 11 GESPIELT!!

Spielen, spielen

Das Wettspiel selbst ist der beste Lehrmeister

Jeder Spieler ist in der ganzen Komplexität des Fußballspiels gefordert. Er erhält mit Erfolg oder Misserfolg daher jedes Mal eine direkte Rückmeldung darüber, ob seine Aktionen gut waren, oder nicht. Die dem Wettspiel ähnlichste Trainingssimulation ist die Spielform.

In Übungsformen können einzelne Fußballteilbereiche, in unserem Beispiel die Passtechnik, mit hohen Wiederholungszahlen verbessert werden. In Spielformen dagegen müssen die Akteure auf die Entwicklungen des Spiels reagieren. Sie müssen verschiedene Handlungen in einem komplexeren Umfeld durchführen. Zum Beispiel reicht es in einem 4 gegen 4 nicht, nur zu passen. Ballmitnahmen, kurze Dribblings, Zweikämpfe oder Torabschlüsse sind ebenso erforderlich – je nach Spielsituation. In der Spielform werden daher alle fußballspezifischen Notwendigkeiten miteinander und in ihrer Abhängigkeit zueinander geschult. Eine Spielform trainierte gleichzeitig Technik, Taktik, Athletik und psychische Eigenschaften. Und der Trainer mit gezielten Coaching noch die Details bei den Spielern.

Das Fußballspiel am Wochenende, auf das das Training vorbereiten soll, ist ebenso komplex. Im Wettspiel selbst gibt es keine isolierten Handlungen. Jede technische Aktion verfolgt einen bestimmten taktischen Hintergedanken, erfordert einen athletischen Aufwand und geschieht unter Zeit, Gegner und psychischem Druck.

Idealerweise ergänzen sich Spiel- und Übungsformen. Der Schwerpunkt des Trainings sollte jedoch auf den Spielformen liegen, weil sie die Komplexität des Fußballspiels wiederspiegeln. Dabei kann der Trainer Steuerungsmöglichkeiten nutzen, um bestimmte Teilbereiche des Fußballs zu betonen.

Eine Spielform ruft häufig gleich mehrere Inhalte ab. Der Trainer entscheidet, welchen der Inhaltsbausteine er besonders schulen möchte. Der bestimmt sein Coaching und entwickelt seine eigenen Spielformen, passend zum Leistungsstand seiner Mannschaft, zum Spielsystem, zur Saisonphase usw.

(Hyballa/Voggenreiter – Fußballtraining in Spielformen + DVD, Der Fußballverlag)

Spielformen aus erster Hand: 1. Buch 2010

Trainer – Gegenpressing und Anti-Pressing – Workshops in den Niederlanden

Ende Juni führte Hyballa wieder vier Workshops durch. Diesmal in den Niederlanden, wo die Teilnehmer auch Fortbildungsstunden. Über 150 Trainer lauschten PH´s Worten, die nur in der Praxis stattfanden, da in der Corona-Zeit keine Theorie stattfand. Hat auf jeden Fall wieder Spaß gemacht mit viel Interaktion mit den niederländischen Trainerkollegen.

Daumen hoch

TV-Experte – diesmal beim ZDF

Auch in Sachen Fernsehauftritt war Hyballa unterwegs, diesmal beim ZDF, wo er die beiden Relegationsspiele zwischen Nürnberg-Ingolstadt mit seiner Fachexpertise begleiten durfte. Auch hier verschiedene Sichtweise aus Trainerauge und taktische Hintergründe zu erklären, war lehrreich und interessant!

ZDF mit Jochen Breyer

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